Realität vs Illusion

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Realität vs Illusion

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Geld bekommen fürs Nichtstun und Ausbildung braucht eh keiner – was für ein schöner Traum, eine schöne Illusion!

Immer wieder lese und höre ich dass Blogger und Influencer einen chilligen Job haben. Diese Illusion scheint sich hartnäckig zu halten, dass man als Blogger einen easy Job hat, einen mega entspannten Tag, reichlich Klamotten und anderes umsonst bekommt und als Krönung dafür auch noch satt Geld einstreicht! Die Gegenleistung – naja, ein paar Bilder auf Insta posten, ein bisschen was zu lesen für die Kooperationsfirmen und User auf dem Blog hochladen, das ein oder andere Video für die Instastories drehen um die Follower am ach so gechillten Leben teilhaben zu lassen.


 

Bloggen ist leider nicht von ständigen

großen Einnahmen gekrönt!

 


 

Als Influencer hat man ein geiles Leben!

 


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Wie sieht denn nun das wirkliche Bloggerleben aus? Muss man sich wirklich manchmal dafür schon schämen ein Blogger oder Influencer in Vollzeit oder im Zweitjob zu sein? Die Gesellschaft erkennt diesen Job eben noch nicht richtig an. Immer noch wird er belächelt und als keine richtige Arbeit angesehen oder betitelt. „Du bist Blogger?“ „Ach, du bist Influencer – na da hast du ja ein geiles Leben!“

Ich kann nur sagen: „Leute, es ist ein richtiger Job, echte Arbeit und zwar eine, die sich nicht in die üblichen 8 Stunden pro Tag pressen lässt, sondern der sehr oft ein 14-16 Stundentag sein kann – und das nicht einmalig, sondern häufig mehrmals in der Woche oder eben auch täglich – je nach Auftragslage gerade bei Vollzeitbloggern.


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Aber auch als Blogger und Influencer im Zweitjob ist der Tag gut gefüllt und leider nicht ständig von großen Einnahmen gekrönt. Vielmehr sieht es häufig so aus, dass man Beiträge mit Produkten erstellt, die man sich selbst gekauft hat und sie so z.B. in einem Outfit zeigt, nur weil man sie gut findet. Geld bekommt man in diesem Fall dafür nicht. Aber solch ein Outfit- oder Stylingpost ist nur ein Part des Jobs. Es müssen die Outfits erst einmal geshootet, dann die Bilder ggf. bearbeitet werden.

Der textliche Content eines Posts benötigt auch seine Zeit, genauso wie ein ansprechendes Layout. Aber auch administrative Aufgaben sind echte Zeitfresser, Anfragen an Labels und Firmen schicken, Mails beantworten, sich um seine eigenen Social-Media Accounts kümmern, Shootings planen, Leihgaben zurückbringen oder schicken und natürlich sich in seinem Themengebiet und in der Allgemeinbildung auf dem laufenden halten. Also andere Artikel in Magazinen, Büchern und auch Online lesen, auch Veranstaltungen besuchen – und das ganze „Programm“ neben dem eigentlichen Job, der einem das Leben finanziert. Da muss man schon oft die Zähne zusammenbeissen und auch durchhalten, wenn man langfristig Erfolg haben will. Familienleben, Freunde treffen und vor allem für sie Zeit haben – häufig Fehlanzeige.

Aber hey, dafür hat man schließlich tausende an Follower auf Insta und Facebook!


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Viele, gerade junge Mädels träumen davon die große Karriere als Influencer oder Blogger zu machen. Blogs und Instagramprofile spießen fast täglich wie Pilze im weltweiten Netz.

Auf Veranstaltungen treffe ich dann diese jungen „very busy“ Mädels wieder, die wie Piranhas über Goodiebags herfallen, sich an Ständen ohne zu fragen an Produkten „bedienen“ und auf Nachfrage der Aussteller: Bist Du Blogger?“ mit piepsiger Stimme antworten: „Nein, ich bin Influencer, aber noch in den Anfängen.“

Okay, sicher ein Negativbeispiel, aber Realität!



Neuerdings wird auch des Öfteren die Meinung vertreten, eine Ausbildung in „klassischen“ Berufen sei völlig überbewertet und unnötig. Man brauche heutzutage keine Ausbildung mehr um im weltweiten Netz die große Kohle zu machen.   Wenn ich solche Aussagen lese, muss ich mir wirklich ernsthaft die Frage stellen: Mädels und auch Jungs, checkt ihr es noch?

Gerade in dieser schnelllebigen Medienwelt bist du unter Umständen schneller wieder abgeschrieben als du einen Auftrag richtig zu Ende gebracht hast, wenn du denn überhaupt einen vernünftigen und lukrativen Job bekommen hast. Um seinen Lebensunterhalt selbst und eigenständig bestreiten zu können, muss das Geld ausreichend und kontinuierlich „reinkommen“. Das braucht Engagement, Selbstdisziplin, Kontinuität und vor allem Durchhaltevermögen.


 

Brutto ist nicht gleich Netto

 


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  • Mantel: Burberry (Vintage)
  • Karokleid: SheIn
  • Samtkleid: Edited
  • Shirt: Berlin
  • Boots: Zara
  • Tasche: Celine

Das soll nicht heißen, dass ihr euch nicht in der Social-Media-Branche versuchen sollt, sondern einfach nur, dass ihr euch auch über entsprechende Leerlaufzeiten und den daraus entstehenden Konsequenzen im Klaren seid. Es ist eben nicht alles glamourös und gratis.

Realität vs Illusion

Im Gegenteil, es muss viel Arbeit und Idealismus, aber auch Geld in diesen Job investiert werden und man sollte „reif“ dafür sein, sprich: kein Traumtänzer, sondern mit Verstand und Urteilsvermögen dieser Aufgabe begegnen, sich nicht für irgendwelche Produkte vor die Kamera ziehen lassen und vor allem sich nicht ausbeuten lassen. Zu wissen, was man als Influencer und auch Blogger wert ist, die Arbeitszeit richtig einzuschätzen und  kalkulieren zu können, die Buchhaltung nicht zu vergessen, denn wer Geld verdient muss auch Steuern und Abgaben zahlen.

Schließlich ist nicht Brutto gleich Netto!


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Für das alles sollte man auch die geistige Reife besitzen und nicht nur einen Finger auf dem neusten Smartphone haben, dass in vielen Fällen auch noch überteuert über Verträge gemietet wird, weil es doch sooooo cool und hip ist!

Das ist nicht cool – sondern einfach nur Blödheit, sorry!

Warum ich das Thema überhaupt bearbeite? Eigentlich könnte es mir total egal sein, ob jemand meint er könne mit Social-Media die dicke Kohle verdienen, ist es mir aber nicht! Ich bin nur Zweitjob-Blogger und meine Insta- und Facebook-Follower sind nicht gerade in den Tausendern anzutreffen, aber Kindern und Jugendlichen einzureden, dass man für das große Geld keine Ausbildung braucht, sondern nur ein paar Fotos hochladen muss – das finde ich verantwortungslos.

Denn in dieser schnelllebigen Zeit kann auch diese Geldquelle schnell wieder versiegen und schon stehen die heutigen „Stars“ wieder am unteren Ende der Karriereleiter und sind dann unter Umständen auf die Geld-Unterstützung anderer angewiesen. Einen Beruf und Job außerhalb der virtuellen Welt zu haben kann daher sehr nützlich sein!


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Photos by Katrin www.das-leben-ist-schoen.net

 

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6 Antworten to “Realität vs Illusion

  • Hallo Mo,

    ich denke an vielen Vorurteilen ist die Blogger- bzw. Influencerszene zum großen Teil selbst Schuld. Du beschreibt es ja selbst, wobei ich davon ausgehe, dass es nicht nur jugendliche Influencer sind, die sich merkwürdig benehmen.

    Andererseits lese ich inzwischen sehr oft davon wieviel Arbeit so ein Blog tatsächlich macht, doch jeder Job macht doch Arbeit oder? Meine Eltern sind schon solange ich denken kann selbstständig und haben all diese Probleme, wie fehlende Zeit, unverschämte oder manchmal auch nichtzahlende Auftraggeber u.s.w., aber sie leben damit. Es zwingt sie ja keiner selbstständig zu sein und ich glaube auch, sie würden mit niemandem tauschen wollen. Naja, vielleicht gibt es schon ein paar Leute auf der Welt mit denen sie tauschen würden. 😉

    Mir würde es im Traum nicht einfallen einen Weg als Influencer einschlagen zu wollen, wahrscheinlich wird es Influencer in dieser Weise ohnehin nicht mehr geben, wenn ich mit der Schule fertig bin. Da gibt es dann vielleicht etwas Neues.
    Ich schreibe zwar sehr gern und lese auch sehr gern auf anderen Blogs, aber mich stört der Trend, dass jetzt alle professionell bloggen wollen schon ein bisschen, egal ob sie etwas Interessantes zu sagen haben oder nicht. Und ich glaube, dass ist es wohl auch was du meinst.

    Oh, jetzt ist der Kommentar ein bisschen lang geworden, aber das Thema beschäftigt uns wahrscheinlich alle auf irgendeine Weise. 🙂

    Jetzt aber noch ein Wort zum Outfit, was mir sehr gut gefällt, denn ich mag es ausgefallen. Der Mantel gefällt mir ganz besonders. Von einem Burberry Mantel träume ich ja auch.

    Liebe Grüße
    Charli von https://frischgelesen.de

    • Liebe Charlie,
      ganz lieben Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Du hast ganz recht, selbstständig zu sein ist eben nicht immer einfach, ich kenne das auch, ich war 17 Jahre im Einzelhandel selbstständig. Mittlerweile bin ich eigentlich froh wieder angestellt zu sein. Dass jeder meint er wäre ein Influencer ist manchmal wirklich etwas nervig und professionell zu bloggen ist auch nicht für jeden das richtige. Denn wie Du schon sagst, es muss interessant sein und bleiben, sonst bringt es nichts. Wobei die Hobby-Blogger oft viel interessanter sein können, eben weil sie keinen Druck haben.
      Zu Deinem Traum von einem Burberry-Mantel kann ich Dir den Tipp geben – schau mal in einem Designer-Secondhand Laden vorbei, da gibt es häufiger Burberry-Mäntel zu einem guten Preis. Schließlich ist es ein Klassiker, der muss nicht zwingend mega neu sein, smile …
      Liebste Grüße
      Mo

  • Zum Glück bin und bleibe ich nur Hobby-Blogger und mache alles echt nur aus Spaß und berühmt werden muss ich auch nicht zwingend. 😉

    Ansonsten sehe ich Bloggen als Beruf genauso anstrengend wie jeden anderen Job. Dafür braucht man zwar keine Ausbildung, aber man lernt täglich und muss dran bleiben. Ist auch ein unsicherer Job, wie ein Künstler, der kriegt auch nicht ständig Geld.

    Liebe Grüße,
    Moppi

    • Liebe Moppi,
      ganz lieben dank für Dein ausführliches Feedback. Für das Bloggen selbst braucht man natürlich keine Ausbildung, so war das auch nicht gemeint. Aber ich finde einfach, dass man als Jugendlicher erst einen Beruf haben sollte, auf den man aufbauen und ggf. zurückgreifen kann, wenn man im weltweiten Netz keinen Erfolg mehr hat.
      Ganz herzliche Grüße
      Mo

  • Liebe Mo, du sprichst mir mal wieder aus der Seele. Und deine Bilder sind so mega. Ja, die meisten machen sich überhaupt keine Vorstellung davon, was es wirklich bedeutet, einen Blog zu führen. Dass man so gut wie gar keine Freizeit mehr hat und wenn man auf Einnahmen daraus angewiesen ist, oft richtig kämpfen muss. Gerade wieder erst habe ich Tage in das Schrieben von Angeboten investiert, bei denen dann am Ende vermutlich wieder nichts rumkommt. Erst wird man angefragt und dann erwartet, dass man alles umsonst macht oder Tage für 50€ brutto arbeitet.
    Danke für den super Beitrag. Ich finde ja auch, um richtig etwas zu sagen zu haben, ist es gut, wenn man schon etwas Lebenserfahrung beim Bloggen mitbringt. Und die, die den „Teeniemarkt“ bedienen sind eben auch schnell wieder weg, weil sie ihrem Publikum entwachsen.
    Ich liebe deine Boots!

    Viele liebe Grüße
    Chris

    • Liebe Chris,
      ich danke Dir für Deinen ausführlichen Kommentar. Ja die Anfragen für „Spaß an der Freude“ kenne ich auch und es nervt mich, dass diese viele Arbeit von einigen Firmen nicht wertgeschätzt wird. Wer kann es sich denn erlauben, für „lau“ zu arbeiten? Schließlich muss alles andere auch bezahlt werden. Wohnen und Essen kann man auch nicht umsonst!
      Liebe Grüße und hab ein charmantes Wochenende
      Mo

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